Es ist keine neue Erkenntnis: Selbstfürsorge für Eltern ist wichtig. Denn wie ein alter Spruch sagt: glückliche Eltern – glückliche Kinder. Doch obwohl dies  immer wieder von vielen Seiten betont und unterstrichen wird, habe ich das Gefühl, dass Eltern vor allem Mamas noch zu wenig auf sich achten. Daher ist für mich ein weiterer Artikel zu diesem Thema wichtig. Genauer gesagt beantworte ich diese zwei Fragen: Was ist Selbstfürsorge? Wie können Eltern gut für sich sorgen?

Was ist Selbstfürsorge für Eltern?

Selbstfürsorge heißt für mich, dass ich mich um mich selbst kümmere. Ich habe das Gefühl, dass viele Mamas Weltmeisterinnen sind im Kümmern um ihre Kinder. Doch auch das Kümmern um sich selbst ist wichtig. In anderen Worten heißt es, dass ich darauf schaue, dass

… es mir selbst gut geht,

….ich liebevoll zu mir selber bin u

… ich mich vor Stress und Überbelastungen schütze.

Also gut auf mich selbst achte, indem ich meine Kraftquellen entdecke und dort regelmäßig Kraft auftanke 🙂

Wie können Eltern gut für sich selbst sorgen?

Sich eine Auszeit nehmen – Zeit für sich haben

Eine Facette von Selbstfürsorge ist Zeit für sich selbst nehmen. Ja, auch als Mama oder Papa darf man sich eine kürzere oder längere Auszeit gönnen um so Energie für den Alltag zu tanken. Es kann eine kleine Auszeit sein wie eine Tasse Kaffee während die Kinder spielen oder einfach nur im Sonnenstuhl für ein paar Minuten dösen. Es kann aber auch eine etwas längere Zeit sein wie ein Friseurtermin, eine Shopping Tour, ein Treffen mit einer Freundin oder einem Freund oder eine Runde Sport.

Was für viele Eltern eine Herausforderung ist, ist sich länger Zeit für sich zu nehmen. Vor allem die gemeinsame Zeit als Paar ist bei vielen Eltern reduziert, denn dann muss das Kind von jemand anderen versorgt werden. Doch gerade die Paarzeit – egal ob kurz oder lang – ist sehr essentiell für die gemeinsame Beziehung. Es ist wertvoll um als Paar wieder Zeit und Nähe miteinander zu erleben und um Kraft für den Alltag zu tanken. Auch für Kinder ist es wichtig, dass Eltern ihre Paarzeit leben. Jesper Juul dazu:

 „Kindern kann es immer nur so gut in der Familie gehen, wie es den Eltern miteinander geht und jedem Elternteil für sich.“

Zeit mit seinem Kind verbringen

Selbstfürsorge ist für mich nicht nur eine Auszeit von meinem Mama dasein, sondern oft auch eine gemeinsame Zeit mit meinem Kind. Gemeinsame Projekte wie zum Beispiel etwas Basteln und Gestalten, eine Radtour oder ein gemeinsamer Familienausflug sind für mich eine Kraftquelle.

Für mich ist dabei die Balance wichtig. Wenn ich zu vieles mit meinem Kind mache, dann erlebe ich die gemeinsame Zeit nicht mehr als nährend und kraftspendend. Daher achte ich darauf genug Zeit für mich alleine, Zeit für meinen Mann und Zeit für mein Kind zu haben. Doch ich möchte auch sagen, dass mir das nicht immer gelingt und ich selber gefordert bin gut zu spüren was ich brauche und was mir jetzt gut tut. Dies führt mich zu meinem nächsten Punkt: auf die eigenen Grenzen achten.

Sich abgrenzen und auf seine eigenen Bedürfnisse achten

Seine persönlichen Grenzen spüren und äußern ist, denke ich, ein wichtiger Schlüssel im Zusammenleben in der Familie. Denn wenn ich spüre, äußere und umsetze was ich jetzt brauche bzw. was mir jetzt nicht gut tut, achte ich auf mich. Und so bleibe ich in meiner Kraft. Ich persönlich kenne es sehr gut, dass wenn ich nicht auf mich achte, ich mit der Zeit frustriert, genervt oder gestresst werde. Es ist dann wie bei einem Fass, das sich füllt und füllt und irgendwann explodiert es. Wenn ich meine Bedürfnisse erfülle und dabei auch auf mein Kind achte, füllt sich bei mir dieses Fass weniger schnell oder es leert sich sogar wieder.

Ein Beispiel: Ich möchte an einem Blogartikel schreiben, doch mein Kind braucht etwas. Ich helfe und unterbreche meine Arbeit. Das wiederholt sich immer wieder. Zwischendurch läutet vielleicht noch das Telefon und ich hebe ab statt mich auf den Artikel zu konzentrieren. Dann kommt es noch zu weiteren Unterbrechungen oder Situationen, auf die ich mich einlasse, obwohl ich gerade eine wunderbare Idee für einen Artikel habe und nichts lieber tun möchte als diese zu Papier zu bringen. Wenn ich spüre, dass das jetzt mein wirkliches Bedürfnis ist und ich es schaffe mich darauf zu fokussieren, dann tankt sich mein Akku auf. Wenn ich es aber nicht spüre und immer wieder unterbreche und am Abend gar nichts oder wenig zu Papier gebracht habe, dann bin ich frustriert oder enttäuscht. Das kostet mir Kraft und belastet meinen Akku.

Wenn du mehr über das Thema persönliche Grenzen erfahren willst, dann ist vielleicht dieses Video etwas für dich: persönliche Grenzen äußern für einen entspannten Familienalltag.

Fazit

Ich glaube ein wichtiges Thema als Mama oder Papa ist herauszufinden was einem selbst gut tut, um genug Kraft, Geduld und Gelassenheit für die alltäglichen Herausforderungen mit Kindern zu haben. Vielleicht hast du mal ein paar Minuten Zeit zum Reflektieren oder Visionieren: Was sind deine Kraftquellen? Wo oder wobei kannst du dich im Alltag auftanken?

Denn je mehr du auf dich schaust, umso mehr bist du in deiner Mitte, in deiner Krafft und hast mehr Geduld und Gelassenheit hast du für die herausfordernden Momente mit deinem Kind im Alltag. Ich habe es lange selber nicht geglaubt, aber habe es über die Zeit gelernt. Ich bin immer wieder mit vielen schönen, entspannten Momenten mit meinem Kind beschenkt worden, je mehr ich auf mich geachtet habe. Und mein Kind ist auch viel entspannter und einfacher geworden. 🙂

Das Thema Selbstfürsorge ist riesig 🙂 ich könnte da zu so viel sagen und schreiben 🙂 Vielleicht werden es noch mehrere Beiträge. Einen gibt es auf jeden Fall schon: Selbstfürsorge – Schau auf dich, Mama!. Wenn du das Gefühl hast, dass du noch mehr auf dich achten möchtest, aber nicht genau weißt wie du mehr Selbstfürsorge im Alltag umsetzten kannst, dann freue ich mich, wenn du bei einer Veranstaltung zu diesem Thema oder zu einer individuellen Beratung kommst.

Beitragsbild: www.pixabay.com

2021-05-19T17:06:30+02:0019. Mai 2021|Eltern stärken|
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