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Was tue ich wenn mein Kind weint? – Da sein

Sep 2, 2019

Dein Kind weint. Aus welchem Grund auch immer. Es braucht jemanden, der für es da ist. Nur da ist. Nichts sagt. Nichts tut. Einfach da ist. Es vielleicht in den Arm nimmt, wenn es das möchte. Ich beobachte immer wieder, dass ein Kind, sobald es weint in den Arm genommen wird und gefragt wird: „Was ist passiert?“ oder „Was brauchst du?“ Oder es kommen Erklärungen. Oder Ablenkungen. Oder Aussagen wie: „Es ist ja nichts passiert. Es ist nicht schlimm. Das ist gleich wieder gut. Das wird schon wieder.“ oder ähnliches… Ich habe das auch gemacht. Doch irgendwann erkannte ich, dass das nicht den Schmerz heilt. Weinen ist der Ausdruck des Kindes, dass es ihm nicht gut geht, es traurig ist, ihm etwas weh tut. Wenn ich das Weinen nicht annehme und es durch diesen Prozess begleite, nehme ich es nicht ernst. Ich signalisiere damit mein Kind, dass der Schmerz, den es fühlt nicht okay ist. Es schließt daraus: „Was ich spüre, ist nicht okay.“ Ich habe in diesen Situationen meinen Sohn und sein Bedürfnis nicht gesehen. Ich wollte meist einfach nur, dass er aufhört zu weinen, weil ich es nicht aushielt. Es tat mir so weh ihn weinen zu sehen. Jetzt bin ich einfach da. Ich tue nichts. Ich spüre wie es ihm gut tut seinen Schmerz in Form von Tränen auszudrücken. Weinen heilt. Ich nehme ihn und seine Situation ernst. Ich nehme ihn wahr. Das ist ein schönes Gefühl trotz der Tränen.